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 Abschiedsworte (Für Chayentuwa gepostet)

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Crain

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Anzahl der Beiträge : 19
Anmeldedatum : 12.11.10

BeitragThema: Abschiedsworte (Für Chayentuwa gepostet)   Di Jul 26, 2011 5:02 am

"(OOC - Anmerkung: Aufgrund der jüngsten Vorkommnisse ist mir spontan
eine Geschichte eingefallen, die ich euch allen, die ihr Chayentuwa
kennt, nahebringen möchte. Ich wünsche mir, dass ihr diese im RP
berücksichtigt (natürlich geringfügig auslegbar) und dass eure Charas
daran wachsen können. Bei Fragen einfach an mich wenden, meine anderen
charnamen habt ihr ja. Entschuldigt all die Unannehmlichkeiten, die ich
euch damit bereite - Es war mir eine Ehre mit euch Rollenspiel gemacht
zu haben Wink)

Abschiedsworte

Die Jägerin leidet Hunger. Sie schleckt sich über die Lefzen, dreht den
Kopf zurück zu den anderen. Der Blick trifft ihre Schwester. Die beiden
starren sich lange bewegungslos an. Dann setzt sich die Berglöwin in
Bewegung. Die Schwester und die anderen folgen ihr. Es wird Zeit,
Zuhause sind die Jungen abgemagert, die Alten streiten sich um jedes
Stück Fleisch.


Die Shu'halo und ihr Ziehsohn haben sich am See niedergelassen. Die Mutter
zeigt dem Kind, wie man einen Fisch ausnimmt. Fachmännisch sticht sie in
die Kehle des Tieres, zieht die Klinge mit schmatzenden Bewegungen hin
und her, bis das Fleisch bis zur Flosse zerteilt ist. Der Junge rümpft
die Nase, es stinkt nach Eingeweiden. Aber seine Augen kleben am Fisch
und den Händen der Mutter – Zu fasziniert ob der Zärtlichkeit der
mütterlichen Finger, die die Gräten aufbiegen und das dampfende Gekröse
von den Bändern lösen, während sie leise Gebetsworte an die Erdenmutter
spricht.


Der Bulle sieht zurück zu seiner Herde. Seine donnernden Schritte
verstummen, und auch der Rest bleibt stehen. Einer hinkt und kippt
beinahe zur Seite. Es ist der Alte, dem er einst den Platz streitig
gemacht hatte. Er senkt den Kopf und schnaubt. Es würde die Herde
aufhalten, ihn zwischen sich zu halten. Der alte Kodo würde
zurückfallen. So war der Lauf der Dinge. Das Donnern zieht sich weiter
über die Steppe.


Die Instinkte der Jägerin fahren hoch, als sie Fleisch wittert. Krankes
Fleisch. Entzündung. Sie schleckt sich noch einmal über die Lefzen, als
sie neben ihrer Schwester ankommt. Dann schwärmt das Rudel aus. Die enge
Verbindung, die zwischen ihnen herrscht, gleichsam eines
Navigationssystems, regelt die Startpositionen. Die Berglöwin ist
unaufmerksam. Ihre Pfoten berühren einen Stein, der ins Rollen gerät.


Der Sohn blickt zur Mutter auf. Sie kontrolliert gerade, ob er sich
konzentriert. Ihr Blick ist streng. Der Ton ihrer knappen Worte
bestimmt. Er senkt die Augen wieder auf den Fisch, der vollständig von
Gräten gesäubert wurde. Die Shu'halo wirft den Ballen Eingeweide ins
Wasser, wo sich sofort die Geier herabstürzen. Laut krächzend kämpfen
sie um den größten Anteil an der Mahlzeit.


Die Kodomatriarchin hebt den Kopf. Ein misstrauischer Blick durch die
Gräser – Eine Silhouette, die davon huscht. Ein lautes Röhren
durchbricht die Stille, und die Herde gerät in Bewegung – Helle Panik
kommt auf, das Trommeln der Hufe verstärkt die Todesangst noch.
Energisch versucht der Alte, sein Bein hinter sich her zu ziehen. Er
fällt noch weiter zurück, blickt immer wieder zur Seite – Aber sein Tod
ist bereits beschlossene Sache, das spürt auch er.


Die Jägerinnen hetzen durch das Gras. Ihre Blicke sind alle auf Denselben gerichtet. Er hinkt.

Donner scheucht die Geier auf. Ihre Rufe werden leiser. Die Mutter sieht sich
alarmiert um. Doch es sind keine Wolken am Himmel. Und.. wo ist der
Sohn?


Der Bulle treibt seine Herde voran. Nicht stehen bleiben! Der Alte schnauft
und keucht. In der Ferne ist Wasser in Sicht. In diesem Moment wird ihm
klar, er würde am Ufer sterben.


Die Schwester prescht zur Seite – Sie ist auf der gleichen Höhe wie der
Alte. Ihr Blick streift den der anderen Berglöwin. Eine stille
Verständigung.


Der junge Shu'halo hebt den Kopf. Jetzt hat auch er die Staubwolke über der
Kuppe entdeckt. Der Sturm kommt dröhnend näher. Sein ängstlicher Ruf
geht im nahenden Lärm unter.


Der Alte will ausweichen. Er stolpert, als sich von der ausgewählten Seite
etwas gegen seine Flanke wirft. Schmerz. Ein, nein fünf kleine Krallen
haben sich in seine ledrige Haut gebohrt, und sein Schritt schlenkert.
Er hat die Kontrolle verloren.


Die Jägerin bohrt ihre Fänge in den Hals des Alten. Sie hat Mühe sich festzukrallen,
aber sie hält sich wacker. Die Schwester setzt zum Sprung an.


Die Mutter ahnt das Unglück voraus. Die Herde prescht genau auf den Sohn
zu. Sie springt auf, blickt konzentriert zu den Tieren, versucht ihren
Lauf vorauszuahnen.


Der erste Bulle rast am Jungen vorbei. Der Shu'halo ist klug. Seine
Bewegungen sind flink. Er weicht auch den anderen aus, sieht sich
panisch nach der Mutter um. Doch um ihn herum ist nur Staub.


Die Schwester landet zielsicher am Hinterbein des Alten. Auch sie versenkt
die Zähne in die Muskeln. Der Sieg funkelt in ihren Augen, als das Tier
röhrt.


Die Mutter weicht der Herde aus. Ihr Blick sucht den Sohn – Dort ist ein
letztes Tier.. Aber es schlenkert. Es stolpert. Da wird die Luft klarer,
und auch der Verstand der Mutter wird leer.


Der Junge fängt den Blick der Mutter auf. Er runzelt die Stirn - Warum
sieht sie so ruhig, so gewiss aus? Ein Röhren. Der Sohn versteht. Ein
dumpfer Aufschlag, ein kratzendes Scharren eines großen Körpers. Er
wendet sich dem Tod zu.


Der alte Kodo hat die Augen weit aufgerissen. Er blickt den Jungen direkt
an, als sein Herz das Schlagen aufgibt. Der Leichnam schlittert weiter
und begräbt eine Jägerin unter sich. Die Schwester springt ab, der Kodo
überschlägt sich -


Da schreit die Mutter auf. Ihre Füße fliegen über die Steppe, den Fisch
von sich werfend hechtet sie voran, während ihre Schnauze sich verkürzt,
die Mähne sich grau verfärbt und ihre Hörner sich verbiegen – Die Katze
streckt die Pranken im Sprung aus und sie erreichen die Brust des
Jungen...



Als sich die Staubwolke langsam legt, und der Rest der Herde erschöpft am
Wasser steht, kehren die Geier zurück. Sie wittern frisches Fleisch, und
die Gefahr durch die Löwinnen ist längst vergangen. Der junge Shu'halo
wird vom leise schwappenden Wasser an seinen Ohren geweckt. Er hebt den
Kopf und reibt ihn sich – Autsch, was für ein Aufschlag. Was war
geschehen? Sein Blick schweift über die Szene.. Und bleibt starr auf dem
erlegten, halb zerfressenen Kadaver des Kodos hängen. Auf dem trotz
allem prachtvoll emporragenden Horn hängt leblos eine schwarze Gestalt..
Langsam nähert sich der Junge, seine Hufe treten unsicher in diese
Richtung. Dann reißt der kleine Ziehsohn die Augen auf und wirbelt
herum, um zum Häuptling zurück zu laufen..“, Zarlman Zwillingsmonds
Augen werden klarer, als er sich wieder seinen Zuhöhern zuwendet. Auf
den Zügen des alten Tauren zeigt sich ein weiches Lächeln, und er deutet
auf den Grabhügel nahe des Dorfes. „Nun ruht ihr Leib wie die vieler
anderer auf diesen Barken.. Bewacht von den Blicken der Ahnen, unter
denen nun auch sie weilt.“, sein Blick schweift wieder zurück zu den
traurigen Augen, die sich allmählich wieder ihm zuwenden. Er lächelt
noch etwas wärmer. „Ihr Geburtsname war Askia, Sie trug den Beinamen
Tehanu zu Ehren ihrer orcischen Ziehmutter Tenu. Wie auch ihre Mutter
behielt sie den Namen des Stammes der Samthufe, und sie gab sich zu
Ehren unser aller Mutter den Namen Chayentuwa, die liebende Erde.. Und
ihr Mut, ihre Hilfsbereitschaft und ihr Stolz zeigen sich noch heute in
der Gestalt, die in das Laken eingebunden ist: Das was sie immer war und
bleiben wird.. Eine Löwenmutter... Nun.. Bedauert nicht die Toten,
Kinder.“, er seufzt und sieht zu dem Zelt, das der Häuptling der
Dunkelhufe seit einiger Zeit sein eigen nennt.. Die Blicke folgen ihm,
und alle senken andächtig den Kopf ob der Trauerzeichen die dort
prangen. „Nein, bedauert die Lebenden.“
"
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